Kidical Mass fährt bei Sonnenschein Richtung Kommunalwahl 2020

Am Samstag (15. August) ist die Kidical Mass Münster bei trockenem Wetter und warmen Temperaturen durch Münster gefahren. Ca. 160 Teilnehmer:innen, darunter viele Kinder und Jugendliche, brachen nach einer kurzen Auftaktveranstaltung mit rund 180 Teilnehmer:innen zu ihrer Fahrrad-Demo auf.

Der Start unserer Fahrrad-Demo am Aegidii-Tor (Quelle: IG Fahrradstadt MS)

Ganz im Zeichen der bevorstehenden Kommunalwahl hatte die Versammlung am frühen Nachmittag mit der Übergabe von fast 1.200 Petitionsunterschriften an die Münsteraner OB Kandidierenden begonnen. Die Vertreter fast aller demokratischen Parteien, darunter der regierende OB Markus Lewe (CDU) und seine beiden aussichtsreichsten Mitbewerber Peter Todeskino (Bündnis 90/Die Grünen) und Michael Jung (SPD) waren erschienen, um die Wünsche der Kidical Mass Münster für eine an den Bedürfnissen der jungen Verkehrsteinehmer:innen orientierter Verkehrspolitik zu hören. „Tempo 30 innerorts, die Beendigung des illegalen Gehwegparkens und die konsequente Ausrichtung hin zu einer umweltbewussten Fahrradstadt, das sind die zentralen Anliegen der Kidical Mass, die wir mit der Petition für ein lebenswertes Münster in den Vordergrund stellen wollten“, so Daniel Hügel von der Initiative. Anschließend konnten alle anwesenden Politiker ein kurzes Statement zum Thema abgeben. Deutlich wurde dabei, dass es die eher “kleinen Parteien” (Michael Krapp (ÖDP), Tim Pasch (Volt), Ulrich Thoden (Die Linke) und Georgios Tsakalidis (Münster Liste)) sind, die sich hinter die Forderungen der Kidical Mass stellten und es als “beschämend” (Sebastian Kroos, Piraten) bezeichneten, dass diese Selbstverständlichkeiten überhaupt gefordert werden müssten. Amtsinhaber Markus Lewe lobte einzig die Lastenradförderung sowie die Rotfärbung der bereits bestehenden Fahrradstraßen, während der Kandidat der Grünen, Peter Todeskino, die autofreie Altstadt bis zum Jahr 2030 in den Vordergrund seines Statements stellte. Michael Jung (SPD) versprach Investitionen von 20 Millionen Euro jährlich in die Fahrradinfrastruktur und betonte, Finanzmittel müssten vom Auto hin zum Fahrrad umgeschichtet werden.

Königsstraße

Für die Kinder, die sich über Mikrofon während der Auftaktveranstaltung zu Wort meldeten war die Situation klar: „Breitere Radwege“, „weniger Autos“ und einfaches Queren von Straßen sind die dringendsten Punkte zur Verbesserung damit Münster sich den Titel “Fahrradstadt“ auch wirklich wieder verdient. Mit ihren Fragen und Erfahrungen aus dem Alltag forderten sie die politischen Vertreter direkt zum Handeln auf: “Warum stehen so viele Autos auf den Bürgersteigen und Radwegen, wenn ich zur Kita fahre?”, fragte etwa die 5jährige Leonie. Das angstfreie Fahren auf den Radwegen ist auch für die 11jährige Kirsi ein Thema: „An jeder Kreuzung habe ich Angst, dass die Autos nicht auf mich achten und direkt auf die Straße fahren.“

So waren es dann auch die Kinder selbst, die zum Abschluss der Auftaktkundgebung die Forderungen der Petition an die politischen Vertreter übergaben.

Unter dem Motto „Kinder aufs Rad“ konnte dann endlich die Fahrrad-Demo starten, auf die die vielen Kinder und Jugendliche schon gewartet hatten. Teilweise mit geschmückten Fahrrädern, auf jeden Fall mit viel guter Laune und Musik setzte sich der Demonstrationszug in Richtung Königsstraße in Bewegung. Bei der darauffolgenden Durchfahrt durch den Ludgeri-Kreisel wurde den Teilnehmer:innen bewusst, wie schön und unbeschwert das geschützte Fahren auf der Fahrbahn sein kann. Nebeneinander, in ruhigem Tempo wurden Hansa-Viertel, die Warendorfer Str. und auch das Kreuzviertel angesteuert, bevor die Versammlung auf dem Überwasserkirchplatz endete.

Ankunft an der Überwasserkirche

Die nächste Kidical Mass in Münster ist für den Weltkindertag am 20. September geplant. Dann als bundesweite Aktion in vielen deutschen Städten. Beginn wird voraussichtlich um 15 Uhr auf der Stubengasse sein.