Kidical Mass August 2020 – Stimmen der Politiker


Wir brauchen in den nächsten Jahren deutlich mehr Investitionen in Fahrradwege auch in Fahrradabstellanlagen. Wir stellen uns vor 20 Millionen pro Jahr zusätzlich dafür damit Münsters Radwege endlich breiter und sicherer werden. Ich glaube, das ist ganz wichtig, dass sich das auch im Haushalt bemerkbar macht, dass umgeschichtet wird von Autostraßen hin zu Fahrradwegen und da muss die Verkehrswende auch in Finanz- und Haushaltszahlen sich widerspiegeln damit genügend Geld zur Verfügung ist um die nötigen Investitionen tatsächlich auch zu finanzieren.

Michael Jung, SPD

Ich möchte euch erstmal ganz herzlich für euer Engagement, wir brauchen das unbedingt, damit sich im Rathaus was bewegt, macht bloß weiter, werdet lauter und gebt richtig Gas. Wir unterstützen eure Forderungen vollständig, wir sind für eine richtige Verkehrswende, nicht irgendwelche Mogelpackungen, das einzige was mir ein bisschen Mut macht ist, dass heute alle großen Parteien hier vertreten sind, die in der Vergangenheit sich nicht immer für diese Themen so gut eingesetzt haben. Also besteht vielleicht noch berechtigte Hoffnung, dass das jetzt in der neuen Ratsperiode besser wird. Wir bleiben am Ball, ihr bleibt am Ball und gemeinsam schaffen wird das. Danke.

Michael Krapp, ÖDP

Sebastian Kroos von den Piraten und ich finde es beschämend, dass wir diese Petition überhaupt stellen müssen oder ihr, ihr habt dafür verantwortlich gezeichnet. Ich finde es eine Selbstverständlichkeit, dass unsere Stadt kinderfreundlich sein muss, barrierefrei für alle Radfahrer sein muss. Und die, die das zu verantworten haben, die Ratsmehrheit in der Vergangenheit, gehören dafür abgestraft. Ihr müsst anders wählen, wenn ihr andere Planungen haben wollt.

Sebastian Kroos, Piraten

Hallo und guten Morgen, ich bin Markus Lewe, ich bin Oberbürgermeister und kandidiere auch für das Amt und begrüße euch. Kinder, dass ihr da seid, ihr habt’s gerade geschafft, dass der Regen aufhört und ich freue mich, dass wir in Münster deshalb schon fahrradfreundlich, noch fahrradfreundlicher werden wollen, weil ich selber fünf Kinder hab und fünf Enkel. Und da geht’s mir auch drum. Kleine Enkel, von denen kriege ich ne Menge mit. Wir haben Cargo-Räder gefördert, werden wir auch weiterhin tun. Vielleicht kriegt ihr mit, dass ganz viele neue Fahrradstraßen entstanden sind, wo also früher Autos herfahren, haben jetzt die Fahrradfahrerinnen und Fahrradfahrer die Herrschaft übernommen und da gibt es ne ganze Reihe von Maßnahmen und ich freue mich, gemeinsam mit euch Münster noch sicherer zu machen. Und vor allen Dingen, dass Fahrrad fahren Spaß macht. Alle Gute, ihr und euer Markus Lewe

Markus Lewe, CDU

Tim Pasch, Volt Europa, Volt Münster, auch ich möchte meinen Dank an alle ehrenamtlich engagierten ausdrücken, ich weiß wieviel Zeit das frisst, weiter so! Für uns war es mit eine der leichtesten Petitionen oder Anfragen, die wir beantworten konnten, wir konnte quasi Copy+Paste aus unserem Wahlprogramm machen. Wir bringen die europäische Lösung aus anderen Fahrradstädten nach Münster, wir wollen das ganze hier umsetzen und von anderen Städten lernen und das werden wir auch machen. Danke schön.

Tim Pasch, Volt

Inhaltlich habt ihr hier schon alles gesagt, was zu sagen ist. Das unterstützen wir zu 100%. Eine Konkretion möchte ich vornehmen: Die autofreie Innenstadt. Wir hatten in der vergangenen Ratssitzung einen Antrag gestellt, ich will jetzt gar nicht verraten von welchen Parteien das abgelehnt oder nicht zugestimmt worden ist. Das ist aber für uns der Anfang, mit der autofreien Innenstadt geht es los, wir müssen den Verkehrsraum umverteilen, vom Auto weg zugunsten – nicht nur der Radfahrerinnen und Radfahrer – sondern auch zu den Fußgängerinnen und Fußgängern. Ich selbst wohne im Kreuzviertel und bekomme da täglich mit, dass da Gehwege vollgeparkt sind, Menschen mit Rollstühlen, Menschen mit Kinderwagen, Rollatoren usw. nicht durchkommen und die Radfahrerinnen und Radfahrer auch nicht. Ich find’s gut, dass ihr euch engagiert, denn glaubt nicht, dass sich die Parteien sich von alleine bewegen, wenn da nicht der Druck von unten ist, bewegt sich nichts. Also, erhaltet das aufrecht, auch nach der Wahl und erinnert uns dran. Danke.

Ulrich Thoden, Die Linke

Kinder, ich freue mich, dass ihr so engagiert seid. Dass ihr für eure Stadt einsteht, dass ihr viele Dinge jetzt in Bewegung setzt und dass euch selber in Bewegung setzt. Das finde ich klasse und das was ihr fordert, das wollen wir auch und wir gehen noch einen Schritt weiter, wir wollen bis 2030 möglichst viele Autos aus der Innenstadt heraushalten, wir wollen eine autofreie Innenstadt, wir wollen eine autofreie Altstadt und dann lösen sich die Probleme, die ihr ansprecht wie von selbst, ihr werdet sehen.

Peter Todeskino, Grüne Münster

Ja, hallo Giorgios ist mein Name, wir sind keine Partei, wir sind eine Gemeinschaft wir ihr, zum Beispiel, die „Münster-Liste – bunt und international“. Vielleicht eins voraus: Bei allem was ihr macht, bitte fahrt langsam, das passiert immer, wenn man zu schnell fährt (zeigt seine Wunde vom Fahrradsturz auf nassem Grund einige Minuten vorher). Also, immer schön langsam fahren. Trotzdem, wir unterstützen alle eure Punkte, alles was Daniel vorgelesen hat eins zu eins. Und, es kommt nichts von alleine, glaubt das nicht, bleibt weiter dran und wir unterstützen euch und wir nehmen euch beim Wort. Danke schön.

Georgis Tsakalidis, MS Liste bunt und international

Kidical Mass fährt bei Sonnenschein Richtung Kommunalwahl 2020

Am Samstag (15. August) ist die Kidical Mass Münster bei trockenem Wetter und warmen Temperaturen durch Münster gefahren. Ca. 160 Teilnehmer:innen, darunter viele Kinder und Jugendliche, brachen nach einer kurzen Auftaktveranstaltung mit rund 180 Teilnehmer:innen zu ihrer Fahrrad-Demo auf.

Der Start unserer Fahrrad-Demo am Aegidii-Tor (Quelle: IG Fahrradstadt MS)

Ganz im Zeichen der bevorstehenden Kommunalwahl hatte die Versammlung am frühen Nachmittag mit der Übergabe von fast 1.200 Petitionsunterschriften an die Münsteraner OB Kandidierenden begonnen. Die Vertreter fast aller demokratischen Parteien, darunter der regierende OB Markus Lewe (CDU) und seine beiden aussichtsreichsten Mitbewerber Peter Todeskino (Bündnis 90/Die Grünen) und Michael Jung (SPD) waren erschienen, um die Wünsche der Kidical Mass Münster für eine an den Bedürfnissen der jungen Verkehrsteinehmer:innen orientierter Verkehrspolitik zu hören. „Tempo 30 innerorts, die Beendigung des illegalen Gehwegparkens und die konsequente Ausrichtung hin zu einer umweltbewussten Fahrradstadt, das sind die zentralen Anliegen der Kidical Mass, die wir mit der Petition für ein lebenswertes Münster in den Vordergrund stellen wollten“, so Daniel Hügel von der Initiative. Anschließend konnten alle anwesenden Politiker ein kurzes Statement zum Thema abgeben. Deutlich wurde dabei, dass es die eher “kleinen Parteien” (Michael Krapp (ÖDP), Tim Pasch (Volt), Ulrich Thoden (Die Linke) und Georgios Tsakalidis (Münster Liste)) sind, die sich hinter die Forderungen der Kidical Mass stellten und es als “beschämend” (Sebastian Kroos, Piraten) bezeichneten, dass diese Selbstverständlichkeiten überhaupt gefordert werden müssten. Amtsinhaber Markus Lewe lobte einzig die Lastenradförderung sowie die Rotfärbung der bereits bestehenden Fahrradstraßen, während der Kandidat der Grünen, Peter Todeskino, die autofreie Altstadt bis zum Jahr 2030 in den Vordergrund seines Statements stellte. Michael Jung (SPD) versprach Investitionen von 20 Millionen Euro jährlich in die Fahrradinfrastruktur und betonte, Finanzmittel müssten vom Auto hin zum Fahrrad umgeschichtet werden.

Königsstraße

Für die Kinder, die sich über Mikrofon während der Auftaktveranstaltung zu Wort meldeten war die Situation klar: „Breitere Radwege“, „weniger Autos“ und einfaches Queren von Straßen sind die dringendsten Punkte zur Verbesserung damit Münster sich den Titel “Fahrradstadt“ auch wirklich wieder verdient. Mit ihren Fragen und Erfahrungen aus dem Alltag forderten sie die politischen Vertreter direkt zum Handeln auf: “Warum stehen so viele Autos auf den Bürgersteigen und Radwegen, wenn ich zur Kita fahre?”, fragte etwa die 5jährige Leonie. Das angstfreie Fahren auf den Radwegen ist auch für die 11jährige Kirsi ein Thema: „An jeder Kreuzung habe ich Angst, dass die Autos nicht auf mich achten und direkt auf die Straße fahren.“

So waren es dann auch die Kinder selbst, die zum Abschluss der Auftaktkundgebung die Forderungen der Petition an die politischen Vertreter übergaben.

Unter dem Motto „Kinder aufs Rad“ konnte dann endlich die Fahrrad-Demo starten, auf die die vielen Kinder und Jugendliche schon gewartet hatten. Teilweise mit geschmückten Fahrrädern, auf jeden Fall mit viel guter Laune und Musik setzte sich der Demonstrationszug in Richtung Königsstraße in Bewegung. Bei der darauffolgenden Durchfahrt durch den Ludgeri-Kreisel wurde den Teilnehmer:innen bewusst, wie schön und unbeschwert das geschützte Fahren auf der Fahrbahn sein kann. Nebeneinander, in ruhigem Tempo wurden Hansa-Viertel, die Warendorfer Str. und auch das Kreuzviertel angesteuert, bevor die Versammlung auf dem Überwasserkirchplatz endete.

Ankunft an der Überwasserkirche

Die nächste Kidical Mass in Münster ist für den Weltkindertag am 20. September geplant. Dann als bundesweite Aktion in vielen deutschen Städten. Beginn wird voraussichtlich um 15 Uhr auf der Stubengasse sein.

PM: Kinder aufs Rad – Petition für sicheren Radverkehr in Münster gestartet

Die Maßnahmen zur Einschränkung der Verbreitung des Corona-Virus haben starke Auswirkungen auf unsere Versammlungen und Aktivitäten gehabt. Die Tour zur bundesweiten Kampagne im März konnte nicht stattfinden und auch die bereits angemeldete Versammlung für eine Kidical Mass am 13. Juni in Münster haben wir jetzt zurückgezogen.

Umso wichtiger sind alternative Aktivitäten, mit denen wir auf unser Anliegen aufmerksam machen können. Hervorgegangen aus der bundesweiten Initiative ist eine Petition, die wir – für die Münsteraner Verhältnisse adaptiert – gerne aufnehmen und unterstützen.

Besonders für Kinder und Familien bestehen im Stadtverkehr viele Hindernisse: Gehwege sind zugeparkt, müssen aber von den Kleinsten benutzt werden. Straßenkreuzungen sind unübersichtlich oder Kinder werden nicht gesehen und können ihrerseits den Straßenraum auch nicht gut überblicken. Dort, wo Kinder den Radweg benutzen müssen, ist die Radwegeinfrastruktur fast nie auf die Bedürfnisse von Kindern ausgerichtet.

“Wir wollen, dass unsere Stadt Münster so geplant und gestaltet wird, dass auch die jüngsten Verkehrsteilnehmer*innen sicher und komfortabel am Verkehr und damit auch an der Stadt teilhaben können”, so Daniel Hügel von Kidical Mass Münster. “Ich wünsche mir breitere Radwege als jetzt, weil es gerade immer so eng und anstrengend zu fahren ist”, nennt die 11-jährige Maja konkrete Verbesserungsvorschläge an die städtische Infrastruktur. Die alltäglichen Probleme sieht auch der 6-jährige Theo: „Ich finde es total doof, dass überall Autos parken und ich da manchmal dann gar nicht durchkomme auf dem Bürgersteig!“

Generell ist der Verkehrsraum auch in Münster ungerecht verteilt: Der motorisierte Individualverkehr genießt hier eine Über-Priorisierung. Der Raum, der allen gehört, wird vor allem durch das stehende, nicht genutzte Auto besetzt. Weder auf dem Rad und noch weniger auf dem Gehweg ist es vielerorts möglich, den gebotenen Mindestabstand zu anderen Menschen einzuhalten. Deshalb fordert die Kidical Mass Münster, dass das nach StVO illegale Parken von Autos auf Gehwegen nicht länger geduldet werden darf, sondern sanktioniert werden muss. Alle Menschen sollen sich dort sicher und frei bewegen und den wegen des Corona-Virus gebotenen und notwendigen Abstand zueinander einhalten können.

Stefan Blume bringt die Forderungen an Oberbürgermeister Markus Lewe sowie die Ratsfraktionen der Stadt Münster auf den Punkt: „Münster muss wieder Fahrradstadt werden, denn nur eine Fahrradstadt ist eine kinderfreundliche Stadt! Wir brauchen autofreie Zonen und Orte, für eine lebenswerte und urbane Stadt der Begegnung“.

Die Petition finden Sie unter https://weact.campact.de/p/ms-kidicalmass.

Kontakt

info@kidicalmass-muenster.org

https://kinderaufsrad.org/ (Webseite der bundesweiten Kampagne)

Kinder aufs Rad – Petition für sicheren Radverkehr in Münster gestartet

Die Maßnahmen zur Einschränkung der Verbreitung des Corona-Virus haben starke Auswirkungen auf unsere Versammlungen und Aktivitäten gehabt. Die Tour zur bundesweiten Kampagne im März konnte nicht stattfinden und auch die bereits angemeldete Versammlung für eine Kidical Mass am 13. Juni in Münster haben wir jetzt zurück gezogen.

Umso wichtiger sind alternative Aktivitäten, mit denen wir auf unser Anliegen aufmerksam machen können. Hervorgegangen aus der bundesweiten Initiative ist eine Petition, die wir – für die Münsteraner Verhältnisse adaptiert – gerne aufnehmen und unterstützen.
Die zentralen Forderungen sind:

  1. Alle Kinder und Jugendlichen sollen sich sicher und selbständig mit dem Fahrrad in der Stadt bewegen können.
  2. Wir wollen für alle Menschen angstfreies Radfahren
  3. Tempo 30 für sicheren Straßenverkehr innerorts
  4. Münster muss wieder Fahrradstadt werden, denn nur eine Fahrradstadt ist eine kinderfreundliche Stadt!
  5. Nach StVO illegales Parken von Autos auf Gehwegen darf nicht länger geduldet, sondern muss sanktioniert werden. Alle Menschen sollen sich dort sicher und frei bewegen und den wegen des Corona-Virus gebotenen und notwendigen Abstand zueinander einhalten können
  6. Wir wollen mehr Platz für Radfahrende und Fußgehende – JETZT!
  7. Wir wollen autofreie Zonen und Orte, für eine lebenswerte und urbane Stadt der Begegnung

Unter https://weact.campact.de/p/ms-kidicalmass bitten wir euch, die Petition zu zeichnen und den Kreis der Unterstützer:innen zu vergrößern.