Offener Brief an OB Lewe zur aktuellen Situation von Fuß gehenden und Rad fahrenden Menschen auf Münsters Straßen

Uns erreichte gestern ein Brief einer Bürgerin aus Münster, den diese an den OB Markus Lewe richtet. Im Brief wird auf die einschneidenden Auswirkungen des Schneefalls der letzten Woche aufmerksam gemacht. Viele Menschen können nur unter erheblichen Mühen ihr familiäres Leben oder den Weg zur Arbeit organisieren. Nicht nur, dass offensichtlich sehr viel dafür getan wurde, dass der Autoverkehr reibungslos fließen kann, wurde dadurch die (schon vorher durch das Gehwegparken schlechte) Situation für Radverkehr und Fußverkehr weiter verschärft. Im Straßenraum entstehen durch die offensichtlich niedrige Priorisierung des Radverkehrs lebensgefährliche Situationen und gleichzeitig müssen sich mutige Fahrbahnfahrer:innen vom Autoverkehr bedrängen und gefährden lassen.
Die Autorin beklagt die Doppelmoral der Stadtführung unter OB Lewe, der sich zu Marketingmaßnahmen gerne mit seiner „Leeze“ ablichten lässt, aber in dieser außergewöhnlichen Wettersituation seine Funktion als Stadtoberhaupt nicht ausfüllt.

Wir als das Team der Kidical Mass kennen diese Situationen aus der letzten Woche sehr gut und wünschen uns – unter den zugegeben schwierigen Bedingungen – mehr Einsatz und Bekenntnis für den Radverkehr, der ja so ein elementarer Bestandteil des Verkehrs in Münster ist. Wir wünschen uns auch eine ehrliche Kommunikation durch die mit der mit der Räumung beauftragten AWM und keine beschwichtigenden Zusammenhalt-Appelle.

OB Markus Lewe, der immer gerne als Botschafter das Fahrradstadt-Fähnchen in den Wind hängt, muss nun Taten folgen lassen, die die letzte Woche nüchtern analysieren und schnell konkrete Maßnahmen ableiten, die Rad und Fuß auch bei extremen Wetterlagen Raum und Sicherheit auf Münster Straßen geben.

Den offenen Brief veröffentlichen wir hier gerne im Wortlaut.

Für viele Menschen in diesen Tagen Normalität: kaum zu überwindende Passagen für Fuß gehende Menschen

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Lewe,
ich bin sehr wütend und werde diese Wut jetzt konstruktiv nutzen.

Diese letzten Tage waren der Horror auf dem Fahrrad! Nicht einfach nur ein bisschen schlechtes Wetter, sondern schlichtweg lebensgefährlich!

Ich habe volles Verständnis dafür, dass die Stadt durch den vielen Schnee in eine neuartige Situation gebracht wurde. Aber eine neuartige Situation heißt in Deutschland immer und da nimmt sich die hoch gerühmte „Fahrradstadt“ Münster in keiner Weise aus: Verlasst euch nur auf euer Auto. Individualverkehr ist das Zauberwort der aktuellen Stunde.

Die Stadt ist überfordert. Ich habe volles Verständnis. Ich nehme Urlaub, da ich weder mit dem Rad noch mit dem Bus zur Arbeit komme und die Kitas geschlossen sind. Soweit so gut. Erst werden die großen Straßen geräumt. Feuerwehr/Transporte müssen durch. Ich verstehe das. Aber danach hätte es zumindest klar sein müssen, dass fahrradbefahrene Parallelstraßen geräumt werden müssen wie z.B. die Melcherstraße. Aber nein. Wir fahren Ring. Mit den Kindern zur Kita und zur Arbeit und werden von Autofahrern beschimpft und angehupt. Also ob ich mir das aussuchen würde. Ich weiß nicht ob Sie sich vorstellen können, dass es Leute gibt, die auf das Fahrrad angewiesen sind!

Sie lassen sich doch gerne mit Fahrrad ablichten. Sind Sie am Donnerstag/Freitag mal mit dem Fahrrad gefahren oder haben Sie stattdessen den Bus genommen (in Coronazeiten!) oder sind doch lieber mit dem Auto gefahren?

Und von den Fahrradwegen ganz zu schweigen. Die werden im Kreuzviertel leider abtauen oder per Hand freigeschaufelt werden müssen, da Räumfahrzeuge nicht durchkommen werden, da ja maximal ein Meter frei ist zwischen diesen Autoleichen, die jetzt auf dem Bürgersteig stehen und nicht mehr wegkommen. Mir ist bewusst, dass das ein Ausnahmeschnee ist, aber das Grundproblem bleibt das Bürgersteig parken.

Ich lade Sie wirklich herzlich zu einem Spaziergang mit einem Ihrer Enkel auf dem Laufrad/Fahrrad, im Kinderwagen durchs Kreuzviertel ein. Und ich verspreche Ihnen, ich werde besser gelaunt sein! Versuchen Sie mal von der Langemarckstraße zum Flugzeugspielplatz zu kommen. Selbst die Tagesmütter in der Gegend, jeder Rollstuhlfahrer oder Kinderwagen müssen auf die Straße wechseln bei legal geparkten Autos! Denn eigentlich muss man noch Parkplätze für Fahrräder und Mülltonnen wegnehmen, aber ich will Sie nicht überfordern. Und man muss als Fußgänger nicht nur auf der Straße laufen, sondern man ist auch auf dem Bürgersteig nicht sicher. Um mit Schwung auf den Bürgersteig zu kommen, wird auch gerne mal mit 20 km/h aufgefahren und über 50 m weiter auf dem Bürgersteig gefahren und nein, nicht im Schritttempo!!! Die Kinder stehen mit offenen Augen vor den Scheinwerfern und wissen nicht wo der sichere Ort auf dem Bürgersteig ist. Es gibt keinen!
Bitte lassen Sie Stellen markieren wo geparkt werden darf, aber überlassen Sie das nicht dem Verständnis der Anwohner, die ihre Privatparkplätze vor der Tür verwenden, statt ihre Vorgärten in Parkplätze umzuwandeln.

Und noch etwas, ich habe mehrere Bekannte im Umkreis, die als Paar zwei Autos besitzen und nicht mal ein Auto brauchen, um zur Arbeit zu gelangen. Der Druck ist offensichtlich nicht hoch genug. Es sind einfach zu viele Autos für zu wenig Platz!

Ich bitte Sie, ich flehe Sie an, verschließen Sie die Augen nicht, so kann es nicht weitergehen!

Mit wütenden und sehr besorgten Grüßen

Die Absenderin wünscht keine Nennung ihres Namens in Online-Medien
Der Autoverkehr rollt schon recht ungehindert, Rad und Fuß haben es schwer

Für eine klimapolitische Wende – „Münster Klimaneutral“

Die Initiative Kidical Mass Münster hat sich in dieser Woche zum Interessenzusammenschluss „Münster Klimaneutral“ bekannt und unterstützt die Forderungen und Positionierungen hinsichtlich des sich bildenden neuen Ratsbündnisses in Münster und dessen klimapolitischen Beschlüssen (soweit diese bekannt sind).

Uns geht es nicht um ein Bekenntnis zu Bündnis 90/GAL, SPD oder Volt, sondern wir sind zutiefst davon überzeugt, dass diese Stadt dringend mutige Richtungsentscheidungen treffen muss, die für uns, unsere Kinder und den nachfolgenden Generationen eine lebenswerte Welt und ein lebenswertes Münster hinterlassen.

Sichere und eigenständige Teilnahme am Straßenverkehr für Kinder und Jugendliche in Münster, das ist das offensichtlichste Ziel, für das wir eintreten. Eine neu gedachte, in der räumlichen Nutzung des Straßenraumes neu priorisierte Innenstadt wünschen wir uns aus Gründen der Verkehrssicherheit und sehen gleichzeitig die einzigartige Chance eine Stadtkultur zu prägen, die Kommunikation, Teilhabe von allen Menschen und Kultur neue Chancen offenbart. Die Verkehrswende ist natürlich auch aus umweltpolitischen Gründen unabdingbar für eine zukunftsfähige Welt.

Etwas abstrakter in den Ideen und Wünschen der Kidical Mass eingebettet, ist, durch den generationenübergreifenden Ansatz, das Bekenntnis zu einer nachhaltigen Wirtschaftsweise und der Forderung nach dem Ergreifen von politischen Maßnahmen, die die bereits stattfindende Klimakatastrophe eindämmen. Wir wollen lokal in Münster und global einen Planeten Erde bewahren, der für alle Menschen dieser Welt lebenswert ist.

Für uns sind die in den vergangenen Jahren in Münster ergriffenen Maßnahmen nicht hinreichend und deshalb ermutigen wir die lokale Politik, jetzt nicht halt zu machen, sondern wichtige Weichenstellungen – wie im vorliegenden Koalitionsvertragsentwurf sichtbar – durchzuführen.

Dies sind die Gründe, warum die Kidical Mass Münster sich zu „Münster klimaneutral“ bekennt. Nachfolgend veröffentlichen wir hier die Pressemitteilung der Pressekonferenz von Freitag.

Pressemitteilung des Interessenzusammenschlusses „Münster Klimaneutral“
Münster, 29.01.2021

Anlass für die Pressekonferenz
Anlass der Pressekonferenz ist die Berichterstattung in der WN und MZ und die öffentliche
Diskussion in den letzten Tagen zu den bekannt gewordenen Punkten aus dem Entwurf des
Koalitionsvertrages mit klimapolitischer Relevanz.
Es geht hier nicht darum, uns für eine bestimmte Koalition auszusprechen. Vielmehr ist es uns ein Anliegen, die einseitige Berichterstattung zu durchbrechen und uns als Klimaschutzgruppen, die für ihre kritischen Positionen bekannt sind, zu Wort zu melden und die vielen positiven Veränderungen für den Klimaschutz hervorzuheben, dieser Entwurf des Koalitionsvertrages ermöglicht. Wir wollen den Parteien Mut machen, die sich auf den Weg gemacht haben, Verantwortung auch für zukünftige Generationen zu übernehmen. Die bekannt gewordenen Punkte aus dem Entwurf des Koalitionvertrages können eine gute Grundlage für eine sehr solide und sozial ausgewogene Klimapolitik der kommenden Jahre sein. Wir möchten alle Parteien darin bestärken, diesen Weg parteiübergreifend mitzugehen.
Ausgangslage
Die Ergebnisse der Wahl haben gezeigt, dass sich die Münsteraner Bürger:innen für Parteien entschiedenen haben, die sich im Wahlkampf klar zu Klimaneutralität und Klimaschutz bekannt haben. Der Aschendorf-Verlag versucht nun durch polarisierende Berichterstattung, die Münsteraner Bevölkerung gegen die Parteien aufzubringen, die sich auf den Weg gemacht haben, den Wählerwillen umzusetzen, indem Inhalte verkürzt, einseitig und falsch dargestellt werden. Das ist für einen scheinbar unabhängigen Verlag hochgradig unprofessionell und spiegelt die öffentliche Meinung zudem falsch wider. Immerhin gingen im September 2019 in der größten Demonstration, die Münster je erlebt hat, über 25.000 Münsteraner:innen auf die Straße, um für mehr Klimaschutz zu demonstrieren.

Stellungnahme zum Entwurf des Koalitionsvertrages
Grundlage unserer Überlegungen ist der Artikel „Das könnte sich bis 2025 tun“ in der WN vom 26.01.2021, in dem Auszüge aus dem Entwurf des Koalitionsvertrages veröffentlicht wurden.
Dazu nehmen wir wie folgt Stellung:

Klimaschutz muss Grundlage jeder kommunalpolitischen Entscheidung werden

  • Münster hat bereits im Mai 2019 mit den Stimmen von CDU, Grünen, SPD, Linke, ÖDP/Piraten aufgrund der globalen katastrophalen Entwicklungen im Bereich des Klimas den Klimanotstand beschlossen. Das bedeutet: Klimaschutz muss zur Grundlage jeder kommunalpolitischen Entscheidung werden. Daher wurde auch in der letzten Ratsperiode die Klimaneutralität bis 2030 beschlossen.
  • Klimaschutz muss daher ein Leitmotiv des gesellschaftlichen und politischen Handelns aller politischen Vertreter*innen der Münsteraner Bürger*innen sowie Maßstab aller Entscheidungen im Rat werden, wenn dieses Ziel ernsthaft verfolgt werden soll.
  • Folglich müssen alle Maßnahmen, die diesem Ziel widersprechen, entsprechend angepasst oder klimaneutrale Alternativen gefunden werden. Alle Beschlussvorlagen für den Rat und die Ausschüsse müssen daher in Zukunft stets Auskunft darüber geben, welche Klimafolgen die zu beschließenden Maßnahmen haben.

Münster soll nicht mehr CO2 ausstoßen, als der Stadt anteilig am weltweiten Budget zusteht, das mit dem 1,5 Grad Ziel vereinbar ist

  • Um das Klimaschutzabkommen von Paris einzuhalten, ist es nicht nur wichtig, WANN wir klimaneutral werden, sondern auch, WIE VIELE Tonnen CO2-Äquivalente wir bis dahin verbrauchen. Deshalb ist dieser Beschluss ganz essentiell, um das Pariser Klimaabkommen einzuhalten.

Solarenergie soll künftig auch in der Altstadt ermöglicht werden

  • Die Stadtwerke haben sich ambitionierte Ziele gesetzt. Sie wollen deutlich mehr Strom aus regenerativen Energiequellen selber erzeugen. Dafür hat in Münster vor allem Solarenergie von den Dächern der Stadt großes Potential (ca. 450 Gwh/J), also mehr als ein Drittel des gesamten Strombedarfs der Stadt. Dieses Potential soll jetzt auch in der Altstadt nutzbar gemacht werden. Hierfür, wie im Koalitionsvertrag vorgesehen, die politischen Bedingungen zu schaffen, ist eine sinnvolle und begrüßenswerte Maßnahme.

Alle bisher nicht genutzten Windenergieflächen sollen identifiziert und nutzbar gemacht werden (Ausnahme: Rieselfelder)

  • Im Bereich Windenergie ist das Potential von Flächen im Stadtgebiet annähernd ausgeschöpft, eine Steigerung des erzeugten Stroms kann v. a. durch Repowering (Ersetzen alter Anlagen mit neuen größeren) passieren. Trotzdem müssen natürlich alle möglichen Flächen hier umfassend genutzt werden. Eine Festschreibung im Koalitionsvertrag ist daher ein gutes Zeichen.

Wärmestandards bei Gebäuden verschärfen, Passiv-Nullemmissionshausstandard

  • Wir begrüßen die Verschärfung von Dämmstandards bei Gebäuden, da der Gebäudesektor durch Heizung und Warmwasserbereitung mindestens ein Drittel der klimaschädlichen Emissionen in Münster verursacht. Bei Neubauten geht es insbesondere darum, dass durch die sehr gute Förderung im Rahmen der Bundesförderung effiziente Gebäude (BEG) der Bau von Effizienzhäusern günstiger ist, als nur das Einhalten der gesetzlichen Vorschriften. Für Altbauten gibt es ebenfalls sehr gute Fördermöglichkeiten. Da aber jedes Haus anders ist, muss die Energieberatung ausgebaut werden, um den Sanierungsanteil, der jetzt bei etwa 1 % liegt auf 4 bis 5 % zu erhöhen, wie es für ein klimaneutrales Münster notwendig ist.

Weitgehende autofreie Innenstadt als Startschuss für ein Konzept zu Innenstadt 4.0

  • Wir begrüßen die Pläne zur autofreien Innenstadt und zur Stärkung von ÖPNV, Rad und Fußverkehr, weil dadurch der innerstädtische Raum wieder zum Lebens-Raum wird und attraktiv für Anwohner:innen und Besucher:innen, weil sich die Menschen ohne Lärm und Abgase frei bewegen können; weil sie einen wesentlichen Beitrag zur CO2-Reduzierung leistet.
  • Wir begrüßen die Reduzierung der Parkflächen im Straßenraum und Öffnung der innerstädtischen Parkhäuser zur ausschließlichen Nutzung durch die Anwohner:innen, weil dies Platz schafft für Lebensräume und lebendige Plätze und die Lebensqualität steigt.
  • Wir begrüßen die Abschaffung der Duldung des ordnungswidrigen Parkens, weil dann auch Kinderwagen, Rollstuhlfahrer:innen und geheingeschränkte Personen wieder auf den Bürgersteigen Platz finden, weil dann Fahrradfahrer:innen wieder Raum gegeben wird, weil dadurch die Zahl der Unfälle erheblich reduziert wird.

Förderprogramm, damit Unternehmen Gemeinwohlbilanzen erstellen

  • Am Klimaschutz orientierte Veränderungen sind nicht wirtschaftsfeindlich sondern im Gegenteil Voraussetzung für eine zukunftsfähige Wirtschaft. Beispiele wie Kopenhagen, in den 60er eine Autostadt umgewandelt, zeigen, dass eine Umverteilung der Flächen zugunsten der Menschen einer Stadt insgesamt gut tut.
  • Eine am guten Leben für alle, am Gemeinwohl orientierte Politik denkt Klimaschutz, Biodiversität, Ressourcenschonung, Regionale und resiliente Versorgung bei allen Entscheidungen mit.
  • Deshalb finden wir die Maßnahme gut!

Statement

Wir möchten uns als Umwelt- und Klimagruppen nicht mit einzelnen Parteien identifizieren, sondern den Koalitionsvertrag kommentieren, wie er als Entwurf vorliegt. Er kann die Grundlage für eine gute kommunale Klimapolitik sein. Dieser Koalitionsvertrag ist klimapolitisch sinnvoll.

Natürlich wissen wir, dass Veränderungen vielen Menschen erschrecken. Veränderungen sind unbequem und man weiß ja nicht so genau, was kommt. Leider führt die Klimaveränderung auf jeden Fall zu Veränderungen in unserem Alltag. Wir sollten sie jetzt mutig angehen, uns vorbereiten, die Gelegenheit als Chance sehen für positive Veränderungen. Und natürlich müssen wir die Veränderungen so gestalten, dass niemand „auf der Strecke bleibt“. Lasst uns miteinander reden, uns zuhören, und gemeinsam die beste Lösung für alle finden.

Wir wissen auch, dass wir in Münster das Klima nicht alleine retten werden. Aber wir werden unseren Beitrag leisten. Und wir werden anderen Städten Mut machen, das ebenfalls zu tun. Wir werden zum Vorreiter und Vorbild für kommunalen Klimaschutz. Wir werden ein klares Signal setzen.

Dieser Koalitionsentwurf macht uns Mut und wir möchten diesen an die Koalitionspartner:innen zurückgeben: Seid mutig. Wir stehen hinter euren Inhalten.

Der Interessenzusammenschluss wird getragen von

BUNDjugend Münster
IG Fahrradstadt Münster
Fridays for Future Münster
Gemeinwohl-Ökonomie Münsterland
Parents For Future Münster
Psychologists for Future Münster
Sofortiger Atomausstieg (SOFA) Münster
Students For Future Münster

Die Kidical Mass Münster wünscht einen schönen Jahresausklang

Liebe Kidicals,

leider müssen wir auch in diesem Monat mit einer enttäuschenden Nachricht beginnen: Unsere geplante Weihnachts-Tour am 19.12.2020 muss leider ausfallen – erneut pandemiebedingt. Wir bedauern diese Absage sehr, wir haben uns sehr auf eure mit bunten Lichterketten und weihnachtlich geschmückten Räder gefreut!

Somit planen wir aktuell unsere erste Tour im Jahr 2021: Wir hoffen, dass wir mit einer besonderen Tour zu Karneval starten können am 13. Februar – lasst euch überraschen!

Im Sommer hatten wir den OB-Kandidaten der Kommunalwahl unsere Forderungen an einen sicheren Radverkehr für Münster übergeben – fast alle Parteien waren vor Ort und die einen versprachen mehr, die anderen weniger. Wir wollen euch mit dem unten stehenden Artikel unseren Ausblick auf die beginnende Ratsperiode geben.

Bitte bleibt gesund und gebt aufeinander acht. Wir wünschen euch eine schöne Weihnachtszeit und einen Guten Rutsch ins neue Jahr 2021!

Kidical Mass Münster Herbst-Tour am 25. Oktober abgesagt

Hohe Inzidenzwerte in Münster – Absage der Kidical Mass Fahrrad-Demo

Die für den morgigen Sonntag (25.10.2020) geplante Kidical Mass Fahrrad-Demo müssen wir leider wegen des stark steigenden Inzidenzwertes in Münster absagen.

Der 7-Tage-Inzidenzwert ist in den letzten beiden Tagen dem Grenzwert zur Einklassifizierung als Risikogebiet so nahegekommen, dass für Sonntag mit einer Überschreitung zu rechnen ist.

Abstand halten und einen Mund-Nase-Schutz tragen sind zwar gute Mittel, um das konkrete Risiko bei einer Fahrrad-Demo zu limitieren, doch glauben wir, dass eine Durchführung der Versammlung in erneut kritischen Zeiten der Corona-Pandemie das falsche Signal wäre.

Bleibt alle gesund und achtet aufeinander, vielleicht haben wir am 19. Dezember die Möglichkeit uns zur nächsten Kidical Mass zu sehen.

Kidical Mass Herbst-Tour rollt am 25. Oktober

Fahrraddemo für eine sichere und selbständige Teilnahme von Kindern am Straßenverkehr

Die Tage werden kürzer, es wird dunkler, kälter und regnet häufiger – Doch das hält uns in Münster ja nicht vom Fahrradfahren ab!

Wir freuen uns auf unsere Herbsttour und laden alle Kinder und Jugendlichen, ihre Eltern, Freunde und Verwandten sowie fahrradbegeisterte Münsteraner ein, am kommenden Sonntag (25.10.2020) an der Herbst-Ausgabe der Kidical Mass Fahrrad-Demo teilzunehmen.

Unsere bunte Familien-Fahrrad-Demo startet wieder um 15 Uhr auf dem Platz an der Stubengasse und führt mit einer Länge von ca. 5 km durch Münsters Innenstadt. Der Zielort wird auch am Sonntag der Platz an der Überwasserkirche sein.

Während sich der Demonstrationszug auf der Stubengasse sammelt, haben Kinder und Jugendliche die Möglichkeit, mit Kreide den Stubengasse-Platz zu verschönern oder einen der Kidical Mass Buttons mit unserer neuen Held:innen-Figur in verschiedenen Farbvarianten zu erhalten. Die Corona-Schutzmaßnahmen werden dabei natürlich beachtet.

Unsere neue Held:innen-Figur – nehmt euch am Sonntag gerne einen Button mit!

Darüber hinaus fahren wir das erste Mal mit unseren Fahnen an den Fahrrädern, lasst euch überraschen! Ein Grund mehr, dass wir uns am Sonntag sehen!

Sicherheit und Corona-Schutzmaßnahmen

Bei der Kidical Mass achten alle Menschen an Start, Ziel und unterwegs auf genug Abstand, die Teilnehmenden werden aufgefordert einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Die Touren finden in enger Abstimmung mit den örtlichen Behörden statt. Die aktuellen Corona Entwicklungen werden genau beobachtet und entsprechend verantwortungsbewusst gehandelt. Sollte der Inzidenz-Wert am Tag der Fahrrad-Demo den Wert 50 überschreiten, wird die Tour nicht durchgeführt.

Weihnachts – Kidical Mass am 19.12.

Wir laden euch jetzt schon ein zu unserer besonderen Fahrt: Unsere Weihnachts – Kidical Mass startet am 19.12. um 16 Uhr. Hier wollen wir in die Dämmerung hinein fahren – mit weihnachlichter, feierlichen Beleuchtung an unseren Fahrrädern. Wir freuen uns auf euch und eure geschmückten und beleuchteten Fahrräder!

PM: Kidical Mass Münster Herbst-Tour am 25. Oktober

Fahrraddemo für eine sichere und selbständige Teilnahme von Kindern am Straßenverkehr

Die Initiative Kidical Mass Münster lädt alle Kinder und Jugendlichen, ihre Eltern, Freunde und Verwandten sowie fahrradbegeisterte Münsteraner ein, am kommenden Sonntag (25.10.2020) an der Herbst-Ausgabe der Kidical Mass Fahrrad-Demo teilzunehmen.

Die bunte Familien-Fahrrad-Demo startet wieder um 15 Uhr auf dem Platz an der Stubengasse und führt mit einer Länge von ca. 5km durch Münsters Innenstadt. Der Zielort wird auch am Sonntag der Platz an der Überwasserkirche sein.

Während sich der Demonstrationszug auf der Stubengasse sammelt, haben Kinder und Jugendliche die Möglichkeit, mit Kreide den Stubengasse-Platz zu verschönern oder einen der Kidical Mass Buttons zu erhalten. Die Corona-Schutzmaßnahmen werden dabei natürlich beachtet.

Die Kidical Mass fordert auch nach der Kommunalwahl kinder- und fahrradfreundliche Städte

„Auch wenn die Mehrheitsverhältnisse im Rat sich eventuell bewegen und unter dem wiedergewählten Bürgermeister Lewe eine geänderte (Rad-)Verkehrspolitik in Münster Einzug hält, werden wir weiterhin auf die unsicheren Zustände für den nicht-motorisierten Individualverkehr aufmerksam machen“, so Daniel Hügel von der Initiative. Die Initiative weist in diesem Zusammenhang auf die zahlreichen Rad- und Fußunfälle in den letzten Wochen hin. Nahezu täglich wurde im Presseportal von der Polizei über Unfallgeschehen berichtet. Dabei wird bemängelt, dass sowohl auf Seite der Kontrollen durch die Polizei, aber insbesondere auf der infrastrukturell gestaltenden Seite der Stadt- und Verkehrsplanung zu wenig Initiative zum Schutz und zur Förderung der vermeintlich “schwachen” Verkehrsteilnehmer:innen durch die Akteure sichtbar ist.

„Würde ich mein Kind hier allein mit dem Rad fahren lassen? An dieser Frage muss sich eine Stadt messen lassen“, sagt Organisator Stefan Blume weiter. „Die Städte müssen die selbständige Mobilität von Kindern und Jugendlichen ermöglichen sowie kinderfreundliche Lebensräume schaffen. Dazu benötigt es ein progressives Vorgehen, so wie es Städte wie Utrecht und Paris vormachen.“

Unter dem Motto „Kinder aufs Rad!“ erobern wir mit unseren bunten Fahrraddemos die Straßen in ganz Deutschland. Die Teilhabe von Kindern und Jugendlichen an politischen Entscheidungen wollen wir dabei fördern.

Die Kidical Mass Münster fordert Tempo 30 innerorts, die Sanktion von illegalem Gehwegparken, mehr Platz für Radfahrende und Fußgehende sowie autofreie Zonen und Orte, für eine lebenswerte und urbane Stadt der Begegnung

Sicherheit und Corona-Schutzmaßnahmen

Bei der Kidical Mass achten alle Menschen an Start, Ziel und unterwegs auf genug Abstand, die Teilnehmenden werden aufgefordert einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Die Touren finden in enger Abstimmung mit den örtlichen Behörden statt. Die aktuellen Corona Entwicklungen werden genau beobachtet und entsprechend verantwortungsbewusst gehandelt. Sollte der Inzidenz-Wert am Tag der Fahrrad-Demo den Wert 50 überschreiten, wird die Versammlung nicht durchgeführt.

Hintergrund

Um den Interessen der jungen Verkehrsteilnehmer*innen Ausdruck zu verleihen, veranstaltet Kidical Mass Münster lockere und entspannte Radtouren durch die Straßen Münsters. Ähnlich der Schwesterveranstaltung „Critical Mass“ führen die Touren über Straßen, die den Teilnehmer*innen sonst nicht zur Verfügung stehen, sondern vom motorisierten Verkehr eingenommen werden. Gemeinsam Fahrrad fahren: damit lenken wir das Augenmerk auf unsere Anliegen. “Mit bunten Familien-Fahrrad-Demos wollen wir Politik und Verwaltung signalisieren, dass es hier elementare Sicherheitsbedürfnisse von Kindern gibt, die in der Stadt zu häufig ignoriert werden”, sagt Jessica Lodzik von der Initiative.

PM: Kinder aufs Rad – Kidical Mass Münster fährt am 20. September

Fahrraddemo für eine sichere und selbständige Teilnahme von Kindern am Straßenverkehr

Am Sonntag, 20. September findet die zweite Fahrraddemo des Jahres unter dem Motto “Kinder aufs Rad” statt. Start ist im 15 Uhr in der Stubengasse. Denn während Münster für Erwachsene immer noch als Fahrradstadt gilt, stellen sich für Kinder und Familien im Stadtverkehr viele Hindernisse: Gehwege sind zugeparkt, müssen aber von den Kleinsten benutzt werden. Straßenkreuzungen sind unübersichtlich oder Kinder werden nicht gesehen und können ihrerseits den Straßenraum auch nicht gut überblicken. Dort, wo Kinder den Radweg benutzen müssen, ist die Radwegeinfrastruktur fast nie auf die Bedürfnisse von Kindern ausgerichtet. 

„Politik und Verwaltung tun viel zu wenig, um die Situation zu verbessern. Aktuelle Maßnahmen wie die Rotfärbung von Fahrradstraßen, die dennoch für den Durchgangsverkehr geöffnet sind, oder bloße Markierungen auf viel befahrenen Straßen reichen bei weitem nicht aus“, so Daniel Hügel von der Kidical Mass Münster. 

„Die Kidical Mass will die Menschen für eine nachhaltige Mobilität begeistern. Fahrradfahren muss sicher und bequem werden, damit alle Generationen aufsatteln und damit auch an der Stadt teilhaben können. Denn nur eine fahrradfreundliche Stadt ist auch eine lebenswerte und kinderfreundliche Stadt“, so Hügel weiter.

Münster startet am 20. September um 15:00 Uhr – #FahrradGeneration 

Die Kidical Mass-Fahrraddemo in Münster am 20. September ist ein großes Highlight, denn am Wochenende des 19. und 20. Septembers werden erstmalig Kinder, Jugendliche und Familien auf Fahrrädern eine riesige Kidical Mass in mehr als 90 Städten in Deutschland, Belgien, England, Österreich und der Schweiz gemeinsam veranstalten. Zum Weltkindertag und im Rahmen der Europäischen Mobilitätswoche fordern sie ein Umdenken in der Verkehrspolitik. „Wir wollen, dass sich Kinder sicher und selbständig mit dem Fahrrad in unseren Städten bewegen können. Mehr Freiräume zum Bewegen und Fahrradfahren haben in Corona-Zeiten eine noch höhere Bedeutung bekommen“, erklärt Organisator Stefan Blume.

Die Kidical Mass fordert kinder- und fahrradfreundliche Städte 

„Würde ich mein Kind hier allein mit dem Rad fahren lassen? An dieser Frage muss sich eine Stadt messen lassen“, sagt Organisator Stefan Blume weiter. „Die Städte müssen die selbständige Mobilität von Kindern und Jugendlichen ermöglichen sowie kinderfreundliche Lebensräume schaffen. Dazu benötigt es ein progressives Vorgehen, so wie es Städte wie Utrecht und Paris vormachen.“ 

Unter dem Motto „Kinder aufs Rad!“ erobern wir mit unseren bunten Fahrraddemos die Straßen in ganz Deutschland. Die Teilhabe von Kindern und Jugendlichen an politischen Entscheidungen wollen wir dabei fördern.

Die Kidical Mass Münster fordert Tempo 30 innerorts, die Sanktion von illegalem Gehwegparken, mehr Platz für Radfahrende und Fußgehende sowie autofreie Zonen und Orte, für eine lebenswerte und urbane Stadt der Begegnung

In Münster fährt die Kidical Mass am 20. September zeitweise entlang einer so genannten „Human Protected Bikelane“, die das Bündnis Verkehrswende Münster an diesem Tag symbolisch für sichere Radwege einrichtet. Die Gesamtroute hat eine Länge von ca. 8km und führt durch die Innenstadt über die Hammer Str. durch eine neu gefärbte Fahrradstraße zum Kreuzviertel und endet wieder am Platz an der Überwasserkirche.

Park(ing) Day am 18. September auf der Wolbecker Str.

Bereits am Freitag, den 18. September lädt die Initiative auf ihren Stand auf dem Park(ing) Day auf der Wolbecker Str. ein. Gemeinsam mit vielen anderen Initiativen wird gezeigt, dass städtischer Raum alternativ genutzt werden kann und sich Menschen ein Stück ihres Viertels für eine autobefreite Nutzung zurückerobern.

Sicherheit und Corona-Schutzmaßnahmen

Bei der Kidical Mass achten alle Menschen an Start, Ziel und unterwegs auf genug Abstand, die Teilnehmenden werden aufgefordert einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Die Touren finden in enger Abstimmung mit den örtlichen Behörden statt. Die aktuellen Corona Entwicklungen werden genau beobachtet und entsprechend verantwortungsbewusst gehandelt.

Hintergrund

Um den Interessen der jungen Verkehrsteilnehmer*innen Ausdruck zu verleihen, veranstaltet Kidical Mass Münster lockere und entspannte Radtouren durch die Straßen Münsters. Ähnlich der Schwesterveranstaltung „Critical Mass“ führen die Touren über Straßen, die den Teilnehmer*innen sonst nicht zur Verfügung stehen, sondern vom motorisierten Verkehr eingenommen werden. Gemeinsam Fahrrad fahren: damit lenken wir das Augenmerk auf unsere Anliegen. “Mit bunten Familien-Fahrrad-Demos wollen wir Politik und Verwaltung signalisieren, dass es hier elementare Sicherheitsbedürfnisse von Kindern gibt, die in der Stadt zu häufig ignoriert werden”, sagt Jessica Lodzik von der Initiative.

Kidical Mass August 2020 – was berichten die anderen?

WDR 5 – Quarks

Beitrag in der Sendung Quarks, ab Minute 48:17

Westfälische Nachrichten – Artikel

https://www.wn.de/Muenster/4251827-Oberbuergermeister-Kandidaten-bei-Demo-Kidical-Mass-Radwege-fuer-Kinder-verbessern

Westfälische Nachrichten – Fotostrecke

https://www.wn.de/Fotos/Lokales/Muenster/4251945-Kidical-Mass-Demo-fuer-mehr-Fahrradsicherheit

Münster Tube

IG Fahrradstadt Münster

Das Video von der IG Fahrradstadt MS

Kidical Mass August 2020 – Stimmen der Politiker


Wir brauchen in den nächsten Jahren deutlich mehr Investitionen in Fahrradwege auch in Fahrradabstellanlagen. Wir stellen uns vor 20 Millionen pro Jahr zusätzlich dafür damit Münsters Radwege endlich breiter und sicherer werden. Ich glaube, das ist ganz wichtig, dass sich das auch im Haushalt bemerkbar macht, dass umgeschichtet wird von Autostraßen hin zu Fahrradwegen und da muss die Verkehrswende auch in Finanz- und Haushaltszahlen sich widerspiegeln damit genügend Geld zur Verfügung ist um die nötigen Investitionen tatsächlich auch zu finanzieren.

Michael Jung, SPD

Ich möchte euch erstmal ganz herzlich für euer Engagement, wir brauchen das unbedingt, damit sich im Rathaus was bewegt, macht bloß weiter, werdet lauter und gebt richtig Gas. Wir unterstützen eure Forderungen vollständig, wir sind für eine richtige Verkehrswende, nicht irgendwelche Mogelpackungen, das einzige was mir ein bisschen Mut macht ist, dass heute alle großen Parteien hier vertreten sind, die in der Vergangenheit sich nicht immer für diese Themen so gut eingesetzt haben. Also besteht vielleicht noch berechtigte Hoffnung, dass das jetzt in der neuen Ratsperiode besser wird. Wir bleiben am Ball, ihr bleibt am Ball und gemeinsam schaffen wird das. Danke.

Michael Krapp, ÖDP

Sebastian Kroos von den Piraten und ich finde es beschämend, dass wir diese Petition überhaupt stellen müssen oder ihr, ihr habt dafür verantwortlich gezeichnet. Ich finde es eine Selbstverständlichkeit, dass unsere Stadt kinderfreundlich sein muss, barrierefrei für alle Radfahrer sein muss. Und die, die das zu verantworten haben, die Ratsmehrheit in der Vergangenheit, gehören dafür abgestraft. Ihr müsst anders wählen, wenn ihr andere Planungen haben wollt.

Sebastian Kroos, Piraten

Hallo und guten Morgen, ich bin Markus Lewe, ich bin Oberbürgermeister und kandidiere auch für das Amt und begrüße euch. Kinder, dass ihr da seid, ihr habt’s gerade geschafft, dass der Regen aufhört und ich freue mich, dass wir in Münster deshalb schon fahrradfreundlich, noch fahrradfreundlicher werden wollen, weil ich selber fünf Kinder hab und fünf Enkel. Und da geht’s mir auch drum. Kleine Enkel, von denen kriege ich ne Menge mit. Wir haben Cargo-Räder gefördert, werden wir auch weiterhin tun. Vielleicht kriegt ihr mit, dass ganz viele neue Fahrradstraßen entstanden sind, wo also früher Autos herfahren, haben jetzt die Fahrradfahrerinnen und Fahrradfahrer die Herrschaft übernommen und da gibt es ne ganze Reihe von Maßnahmen und ich freue mich, gemeinsam mit euch Münster noch sicherer zu machen. Und vor allen Dingen, dass Fahrrad fahren Spaß macht. Alle Gute, ihr und euer Markus Lewe

Markus Lewe, CDU

Tim Pasch, Volt Europa, Volt Münster, auch ich möchte meinen Dank an alle ehrenamtlich engagierten ausdrücken, ich weiß wieviel Zeit das frisst, weiter so! Für uns war es mit eine der leichtesten Petitionen oder Anfragen, die wir beantworten konnten, wir konnte quasi Copy+Paste aus unserem Wahlprogramm machen. Wir bringen die europäische Lösung aus anderen Fahrradstädten nach Münster, wir wollen das ganze hier umsetzen und von anderen Städten lernen und das werden wir auch machen. Danke schön.

Tim Pasch, Volt

Inhaltlich habt ihr hier schon alles gesagt, was zu sagen ist. Das unterstützen wir zu 100%. Eine Konkretion möchte ich vornehmen: Die autofreie Innenstadt. Wir hatten in der vergangenen Ratssitzung einen Antrag gestellt, ich will jetzt gar nicht verraten von welchen Parteien das abgelehnt oder nicht zugestimmt worden ist. Das ist aber für uns der Anfang, mit der autofreien Innenstadt geht es los, wir müssen den Verkehrsraum umverteilen, vom Auto weg zugunsten – nicht nur der Radfahrerinnen und Radfahrer – sondern auch zu den Fußgängerinnen und Fußgängern. Ich selbst wohne im Kreuzviertel und bekomme da täglich mit, dass da Gehwege vollgeparkt sind, Menschen mit Rollstühlen, Menschen mit Kinderwagen, Rollatoren usw. nicht durchkommen und die Radfahrerinnen und Radfahrer auch nicht. Ich find’s gut, dass ihr euch engagiert, denn glaubt nicht, dass sich die Parteien sich von alleine bewegen, wenn da nicht der Druck von unten ist, bewegt sich nichts. Also, erhaltet das aufrecht, auch nach der Wahl und erinnert uns dran. Danke.

Ulrich Thoden, Die Linke

Kinder, ich freue mich, dass ihr so engagiert seid. Dass ihr für eure Stadt einsteht, dass ihr viele Dinge jetzt in Bewegung setzt und dass euch selber in Bewegung setzt. Das finde ich klasse und das was ihr fordert, das wollen wir auch und wir gehen noch einen Schritt weiter, wir wollen bis 2030 möglichst viele Autos aus der Innenstadt heraushalten, wir wollen eine autofreie Innenstadt, wir wollen eine autofreie Altstadt und dann lösen sich die Probleme, die ihr ansprecht wie von selbst, ihr werdet sehen.

Peter Todeskino, Grüne Münster

Ja, hallo Giorgios ist mein Name, wir sind keine Partei, wir sind eine Gemeinschaft wir ihr, zum Beispiel, die „Münster-Liste – bunt und international“. Vielleicht eins voraus: Bei allem was ihr macht, bitte fahrt langsam, das passiert immer, wenn man zu schnell fährt (zeigt seine Wunde vom Fahrradsturz auf nassem Grund einige Minuten vorher). Also, immer schön langsam fahren. Trotzdem, wir unterstützen alle eure Punkte, alles was Daniel vorgelesen hat eins zu eins. Und, es kommt nichts von alleine, glaubt das nicht, bleibt weiter dran und wir unterstützen euch und wir nehmen euch beim Wort. Danke schön.

Georgis Tsakalidis, MS Liste bunt und international

Kidical Mass fährt bei Sonnenschein Richtung Kommunalwahl 2020

Am Samstag (15. August) ist die Kidical Mass Münster bei trockenem Wetter und warmen Temperaturen durch Münster gefahren. Ca. 160 Teilnehmer:innen, darunter viele Kinder und Jugendliche, brachen nach einer kurzen Auftaktveranstaltung mit rund 180 Teilnehmer:innen zu ihrer Fahrrad-Demo auf.

Der Start unserer Fahrrad-Demo am Aegidii-Tor (Quelle: IG Fahrradstadt MS)

Ganz im Zeichen der bevorstehenden Kommunalwahl hatte die Versammlung am frühen Nachmittag mit der Übergabe von fast 1.200 Petitionsunterschriften an die Münsteraner OB Kandidierenden begonnen. Die Vertreter fast aller demokratischen Parteien, darunter der regierende OB Markus Lewe (CDU) und seine beiden aussichtsreichsten Mitbewerber Peter Todeskino (Bündnis 90/Die Grünen) und Michael Jung (SPD) waren erschienen, um die Wünsche der Kidical Mass Münster für eine an den Bedürfnissen der jungen Verkehrsteinehmer:innen orientierter Verkehrspolitik zu hören. „Tempo 30 innerorts, die Beendigung des illegalen Gehwegparkens und die konsequente Ausrichtung hin zu einer umweltbewussten Fahrradstadt, das sind die zentralen Anliegen der Kidical Mass, die wir mit der Petition für ein lebenswertes Münster in den Vordergrund stellen wollten“, so Daniel Hügel von der Initiative. Anschließend konnten alle anwesenden Politiker ein kurzes Statement zum Thema abgeben. Deutlich wurde dabei, dass es die eher “kleinen Parteien” (Michael Krapp (ÖDP), Tim Pasch (Volt), Ulrich Thoden (Die Linke) und Georgios Tsakalidis (Münster Liste)) sind, die sich hinter die Forderungen der Kidical Mass stellten und es als “beschämend” (Sebastian Kroos, Piraten) bezeichneten, dass diese Selbstverständlichkeiten überhaupt gefordert werden müssten. Amtsinhaber Markus Lewe lobte einzig die Lastenradförderung sowie die Rotfärbung der bereits bestehenden Fahrradstraßen, während der Kandidat der Grünen, Peter Todeskino, die autofreie Altstadt bis zum Jahr 2030 in den Vordergrund seines Statements stellte. Michael Jung (SPD) versprach Investitionen von 20 Millionen Euro jährlich in die Fahrradinfrastruktur und betonte, Finanzmittel müssten vom Auto hin zum Fahrrad umgeschichtet werden.

Königsstraße

Für die Kinder, die sich über Mikrofon während der Auftaktveranstaltung zu Wort meldeten war die Situation klar: „Breitere Radwege“, „weniger Autos“ und einfaches Queren von Straßen sind die dringendsten Punkte zur Verbesserung damit Münster sich den Titel “Fahrradstadt“ auch wirklich wieder verdient. Mit ihren Fragen und Erfahrungen aus dem Alltag forderten sie die politischen Vertreter direkt zum Handeln auf: “Warum stehen so viele Autos auf den Bürgersteigen und Radwegen, wenn ich zur Kita fahre?”, fragte etwa die 5jährige Leonie. Das angstfreie Fahren auf den Radwegen ist auch für die 11jährige Kirsi ein Thema: „An jeder Kreuzung habe ich Angst, dass die Autos nicht auf mich achten und direkt auf die Straße fahren.“

So waren es dann auch die Kinder selbst, die zum Abschluss der Auftaktkundgebung die Forderungen der Petition an die politischen Vertreter übergaben.

Unter dem Motto „Kinder aufs Rad“ konnte dann endlich die Fahrrad-Demo starten, auf die die vielen Kinder und Jugendliche schon gewartet hatten. Teilweise mit geschmückten Fahrrädern, auf jeden Fall mit viel guter Laune und Musik setzte sich der Demonstrationszug in Richtung Königsstraße in Bewegung. Bei der darauffolgenden Durchfahrt durch den Ludgeri-Kreisel wurde den Teilnehmer:innen bewusst, wie schön und unbeschwert das geschützte Fahren auf der Fahrbahn sein kann. Nebeneinander, in ruhigem Tempo wurden Hansa-Viertel, die Warendorfer Str. und auch das Kreuzviertel angesteuert, bevor die Versammlung auf dem Überwasserkirchplatz endete.

Ankunft an der Überwasserkirche

Die nächste Kidical Mass in Münster ist für den Weltkindertag am 20. September geplant. Dann als bundesweite Aktion in vielen deutschen Städten. Beginn wird voraussichtlich um 15 Uhr auf der Stubengasse sein.